10 Dinge, die ich nicht brauche…

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Vor Kurzem habe ich mich mit zehn Dingen beschäftigt, die das Leben angenehmer machen, heute möchte ich über die zehn Dinge schreiben, die ich in meinem Leben nicht mehr brauche, weil sie unangenehm, hinderlich oder schlicht überflüssig sind.Und ich beginne gleich mit etwas, das mir am heutigen Samstagvormittag schon die Ruhe geklaut hat:

  1. Laubbläser
    Kann mir irgendjemand den Sinn von Laubbläsern erklären? Ich möchte nicht in Klischees verfallen, aber ist das ein Männer-Ding, das ich nicht verstehe? Diese Geräte machen einen höllischen Lärm und sind so nützlich wie eine Gießkanne bei einer Überschwemmung. Spätestens heute Abend liegen wieder Blätter auf dem Boden vor unserem Haus und wenn der Wind günstig steht, werden auch die zusammengepusteten Blätter wieder verteilt. Davon abgesehen, dass es auch andere, lautlosere Geräte gibt, mit denen man Laub zusammenfegen kann, sehe ich in dieser Sisyphos-Arbeit überhaupt keinen Nutzen. Wenn ich unseren, den Laubbläser bedienenden Mann bei der Arbeit betrachte, könnte man meinen, das Laub sei eine feindliche Masse, die es zu vernichten gilt. Und ich dachte immer, Laub auf dem Boden gehört zum Herbst dazu.
  2. Unerbetene Ratschläge
    Es gibt den wunderbaren Spruch: Ratschläge sind auch Schläge, er beschreibt sehr treffend das Gefühl, das mich befällt, wenn mir jemand ungefragt Ratschläge erteilt. Am besten, ohne alle Informationen zu einer Angelenheit zu haben und mit der Haltung, er oder sie wisse schon, was für mich am besten ist. Bitte, nein, bevor ihr Euren Lieben Ratschläge erteilt, fragt nach, ob ein Rat überhaupt erwünscht ist! Vielleicht möchte ich auch nur meine Lage schildern und ein wenig Mitgefühl, vielleicht weiß ich schon selber, was zu tun ist, habe aber trotzdem das Bedürfnis, mich mitzuteilen. Ich weiß, die meisten meinen es nur gut, aber gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht. Und besonders, wenn man selber noch keine Erfahrung in der fraglichen Situation gemacht hat, sollten wir alle Zurückhaltung mit Ratschlägen üben.
  3. Lügen
    Ich möchte nicht angelogen werden und ich möchte selber nicht lügen. Angefangen bei der kleinen Lüge, bei der ich höflich sage, ja danke, es geht mir gut, wenn es mir eigentlich schlecht geht, bis zur großen Lebenslüge, bei der ich mir etwas über mich selbst vormache, um der Wahrheit nicht ins Auge sehen zu müssen. Gerade die kleinen Alltagslügen sind sehr verführerisch, wenn man jemanden nicht verletzen oder belasten will, doch ich habe mir vorgenommen, hier in Zukunft konsequent ehrlich zu sein und zum Beispiel ein Gespräch auch mal zu unterbrechen, wenn ich nicht mehr folgen kann – denn die gleiche Ehrlicheit wünsche ich mir von meinem Gegenüber, auch wenn diese mal unbequem ist. Und genauso wenig, wie ich falsche Komplimente hören möchte, möchte ich beschönigende Antworten über mich selbst geben oder von anderen hören.
  4. Machtspielchen
    Machtspielchen scheinen ein allgemein menschliches Phänomen zu sein und sie kommen in allen möglichen Beziehungen und Kontakten daher. Sei es der Chef, der seine Stellung ausnutzt um mich unter Druck zu setzen damit ich noch mehr arbeite, der Freund, der mich unbedingt von seiner Ansicht über etwas überzeugen will oder die Bekannte, die mich mit Schuldgefühlen manipulieren will, damit ich doch noch zusage, ihr beim Umzug zu helfen. Auch als freundschaftlich gemeint getarnte Kritik oder Vorwürfe können Teil eines Machtspiels sein, in dem jemand versucht, mich dazu zu bringen etwas zu tun, zu dem ich eigentlich schon „nein“ gesagt habe. Das stößt besonders bitter auf, wenn es in Freundschaften passiert, weil es das Vertrauensverhältnis empfindlich stört, also bitte keine Machtspiele mehr!
  5. Rücksichtslosigkeit
    So angenehm und erfreulich Höflichkeit und Rücksicht unser Leben machen, so nervig und belästigend ist Rücksichtslosigkeit. Ich frage mich zum Beispiel regelmäßig, ob meine Nachbarn täglich ihre Möbel verrücken, es ist unglaublich, welchen Lärm manche Menschen produzieren. Was mir auch regelmäßig aufstößt sind militante, Kinderwagen vor sich her schiebende Mütter in überfüllten Bussen oder U-Bahnen. Ja, ich verstehe, dass es schwierig sein kann, in einer Großstadt mit Kinderwagen unterwegs zu sein und ich finde es gut und richtig, Platz zu machen, aber es ist unnötig, mir den Kinderwagen in die Hacken zu stoßen, wenn ich nicht schnell genug zur Seite springe, weil ein Kinderwagen in Sicht ist. Man kann auch mit mir sprechen. A propos sprechen: sehr ungehalten kann ich werden, wenn mich jemand im Gespräch ständig unterbricht. Das ist eine Unart, die mir gehörig gegen den Strich geht! Und mein nächster Punkt geht an alle Hundebesitzer, die zu glauben scheinen, dass der Hundehaufen ihrer Lieblinge sich wie durch ein Wunder von selbst dematerialisieren wird. Es kann nicht Euer Ernst sein, die Tretminen mitten auf dem Trottoir liegen zu lassen!
  6. Abstinenz
    Ich stehe dazu, ich esse auch schonmal das zweite Stück Kuchen und wie früher bereits erwähnt, bin ich Raucherin. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich nichtmal das erste Stück Kuchen gegessen, habe vor jedem Stück Schokolade überlegt, was ich an dem jeweiligen Tag schon gegessen habe und ich habe ein paar Mal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören und mich bei all dem ziemlich unter Druck gesetzt. Heute akzeptiere ich, dass ich keine Kleidergröße Null trage und ja, ich habe auch akzeptiert, dass ich rauche, auch wenn ich weitere Versuche, aufzuhören, nicht ausschließe.
  7. Vorurteile
    Vorurteile gehören zu den Dingen, die mich wirklich wütend machen und ich habe ein Problem mit Menschen, die in Schubladen denken und intolerant sind. Seien es die Vorurteile rechts gerichteter Demonstranten gegen Flüchtlinge oder sexistische Klischees über Frauen, aber auch eine abwertende Haltung gegenüber Mitmenschen, die eine bestimmte Krankheit haben oder anders gekleidet sind oder sonstwie aus der sogenannten Norm fallen, finde ich zum abgewöhnen und indiskutabel. Ich möchte nicht aufgrund meines Aussehens, meiner Geschlechts- oder Religionszugehörigkeit oder sonstigen Schubladen beurteilt werden, sondern nach meinem Verhalten und Charakter.
  8. Humorlosigkeit
    Es kann und darf gelacht werden, solange der Humor nicht auf Kosten anderer geht und ich kann auch gut über mich selbst lachen. Humor und Witze sind eine wichtige, kulturelle Technik, die uns helfen, auch mit schwierigen oder peinlichen Situationen umzugehen und die uns helfen können, Aggressionen oder Scham zu katalysieren. Wer über sich selbst lachen kann, ist klar im Vorteil, werden doch dadurch schwierige, zutiefst menschliche Schwächen um einiges leichter. Ich spreche hier natürlich nicht über aufgesetztes oder hämisches Lachen sondern  über aufrichtigen Humor, der einlädt, mitzulachen anstatt über jemanden zu lachen.
  9. Falsche Bescheidenheit
    Falsche Bescheidenheit oder Selbstabwertung finde ich extrem unangenehm, auch wenn ich zugeben muss, dass es mir selber auch ab und zu immer noch passiert, dass ich mich vor anderen klein mache oder ein ehrlich gemeintes Kompliment nicht annehmen kann. Dabei ist diese Form der Selbstabwertung völlig überflüssig! Deshalb möchte ich an dieser Stelle meine LeserInnen und mich ermutigen, zu den eigenen Erfolgen und Stärken zu stehen, sich in Eigenlob zu üben und sich selbst immer wieder auf die Schulter zu klopfen, für das, was man geschafft hat. Niemand, auch das Gesprächsgegenüber hat etwas von meiner falschen Zurückhaltung. Unter Selbstabwertung fällt übrigens auch, sich nicht zu trauen, um etwas zu bitten, wenn wir etwas möchten oder Hilfe benötigen. Dabei schadet es nicht, zu fragen, der andere kann immer noch „nein“ sagen. Und wenn mir jemand das letzte Stück Kuchen anbietet, dann darf ich es ruhig nehmen!
  10. Miesmacher
    Der letzte Punkt auf meiner Hitliste widmet sich den Miesmachern, Menschen, die alles pessimistisch sehen und andere ständig daran Teil haben lassen oder die Dinge, über die ich mich freue, herbsetzen. Solche Menschen habe ich, Himmel oder mir selbst sei Dank, nicht mehr in meinem Umfeld, aber sie laufen einem immer wieder über den Weg. Es gibt Menschen, die können, angefangen bei den Schuhen, die ich mir gekauft habe über das Wetter bis zur politischen Weltlage, einem alles vermiesen und sehen in allem eine Verschwörung, weil sie nur das Negative wahrnehmen. Erstaunlicher Weise haben gerade solche Zeitgenossen einen erstaunlichen missionarischen Eifer. Ich habe mir geschworen, ausgemachte Pessimisten nicht mehr in meinem Biotop Fuß fassen zu lassen und empfehle dies auch weiter.Abschließend halte ich fest: es steht zu befürchten, dass ich weder die Laubbläser noch die Miesmacher komplett aus meinem Leben werde verbannen können, aber ich kann dem ganzen mit Humor begegnen und gut auf mich selbst achten, dann ist schon viel gewonnen.

    Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare und bin interessiert zu hören, was Euch auf die Palme bringt…

    Eure Merle

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