Das Nichts

Das wogende Nichts wabert schwer und schwerelos im Raum
es ist blau-schwarz, doch eigentlich sieht man es kaum
man spürt nur das Drängen und Ziehen der fiebrigen Masse
es kommt immer näher, Gott, wie ich das hasse

Ich weiß genau was es mir sagen will, ich hörs schon von Weitem
Du Nichtsnutz, Versager, Du bist am Abgrund, dem prophezeiten
Mein Kopf schmerzt grässlich, meine Eingeweide flattern
Ich hoffe, ich kann irgendwo in mir einen ruhigen Ort ergattern

Das Nichts, das alles zu sein verspricht, der nagende Zweifel
wer bin ich, was bin ich, warum bin ich, ach zum Teufel
mit all den unnützen Fragen, Anwürfen und Sätzen
die bleischwer jeden Keim der Hoffnung verätzen

Ich will nicht mehr hinhören, doch wie die Sirenen
kann sich das Nichts ausbreiten und dehnen
an die entlegendsten Orte meines innersten Seins
und erfasst dann mein Herz, bis es pocht wie das eines Steins

Du Nichts, Du Zweifel, Du bringst mich zum Weinen
doch eins sollst Du wissen, ich bin nicht alleine
und ich werde kämpfen, selbst wenn es das letzte ist, was ich tue
um Hoffnung, Erleuchtung, Weitsicht und Ruhe

© Merle Deva

 

 

 

 

 

 

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