Mut zur Entscheidung

 

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Hallo liebe LeserInnen, meinen heutigen Beitrag widme ich allen Menschen, die großen Mut bewiesen haben, indem sie Entscheidungen getroffen und umgesetzt haben, die nicht einfach waren aber eine positive Wende in ihr Leben gebracht haben. Ich kenne persönlich auch einige solcher Menschen und von ihnen möchte ich berichten, um anderen (und vielleicht auch ein bißchen mir selbst) Mut zu machen.

Ich denke zum Beispiel an eine Freundin, die bereits länger an Depressionen erkrankt war und sich, um sich etwas Gutes zu tun und um regelmäßig Spaziergänge zu machen, einen Hund zugelegt hat. Diese Freundin hatte nicht nur mit den Vorbehalten und Einwänden ihrer Familie zu kämpfen sondern auch mit der relativen Ungewissheit, wie sie ihren Hund unterbringen würde, wenn sie zum Beispiel in die Arbeit gehen würde. Ich weiß noch genau, wie sehr sie sich den Kopf zerbrach, mit vielen Leuten sprach und sich die Entscheidung nicht leicht machte, da sie auch ihrem zukünftigen Hund gegenüber unbedingt verantwortungsvoll handeln wollte. Am Ende hatte sie doch genügend Zusagen von Personen, die sich mit um den Hund kümmern würden und hatte alle Fürs und Widers abgewägt und holte sich dann tatsächlich einen entzückende kleine Pudeldame nach Hause. Ich kann als Außenstehende nur sagen, dass das wohl eine der besten Entscheidungen in ihrem Leben war, denn der kleine Hund hat einen großen Effekt im Leben meiner Freundin und seit etwa drei Jahren bereichert er den Alltag und die Stimmung seines Frauchens. Bis heute ist übrigens keine einzige Situation vorgekommen, in der sie keine Betreuung für das Tier gefunden hätte, wenn es nötig war. Ich finde, es war eine mutige Entscheidung, sich trotz einiger Unwägsamkeiten für den Hund zu entscheiden und ich bin mir sicher, jeder der die beiden kennt, würde zustimmen, dass es die richtige Entscheidung war.

Eine andere Freundin von mir hat an ganz anderer Stelle großen Mut bewiesen. Auch sie leidet seit längerem an Depressionen und ist immer wieder für einige Zeit arbeitsunfähig aufgrund ihrer Erkrankung. Hinzu kommt bei ihr, dass bestimmte Faktoren ihres Arbeitsplatzes, wie häufige Versetzungen, ihrer Gesundheit nicht förderlich sind. Nun hat sie den, wie ich finde, sehr mutigen Schritt gewagt, ihren Arbeitgeber von ihrer Krankheit zu unterrichten, inklusive der Diagnose Depression. Sie hat diese Entscheidung getroffen um damit erwirken zu können, dass ihr Arbeitsplatz für sie angemessen gestaltet wird. Im Moment können wir ihr dafür noch kräftig die Daumen drücken, aber so oder so, bewundere ich ihren Mut, sich dem Arbeitgeber so zu stellen und sich für die Selbstwirksamkeit zu entscheiden anstatt sich zu verstecken und zu hoffen, dass sich irgendwann irgendetwas ändern wird. Es sollte ja meiner Meinung nach gar kein Problem sein, von der Krankheit Depression zu sprechen, wenn man betroffen ist, aber die traurige Wahrheit ist immer noch, dass diese Erkrankung ein schlechtes Image hat und die Haltung „Dann soll sie sich halt zusammenreißen“ weiterhin weit verbreitet ist. Insofern ziehe ich meinen Hut vor meiner Freundin und drücke alle Daumen, dass ihre Intervention den gewünschten Effekt haben wird.

Und dann gibt es noch eine Freundin, die sich vor einigen Jahren beruflich selbständig gemacht hat, undzwar in einem absoluten Nischen-Heilberuf, der in Deutschland noch nicht sehr bekannt ist. Sie hat zwar ein zweites berufliches Standbein, aber dennoch ist sie aus einer Festanstellung in die Selbständigkeit und diesen Schritt finde ich auch mutig, gerade in der heutigen Zeit.

Was alle drei meines Wissens nach gemeinsam haben, ist, dass sie ihrem Herzen gefolgt sind und sich nicht gescheut haben, ein gewisses Risiko einzugehen bei ihren Entscheidungen. Ich finde es mutig, einen Weg einzuschlagen bei dem man nicht weiß, was hinter der nächsten Biegung kommt und bei dem man einiges aufs Spiel setzt. Ich selber habe in meinem Leben noch nicht so viele mutige Entscheidungen getroffen und bin oft gerne auf der sicheren Seite gefahren, deshalb faszinieren mich solche Geschichten wie die hier wiedergegebenen. Mein Mut wächst gerade erst und ich bin dabei, neue Weichen zu stellen, aber das ist eine Mut-Geschichte, die dann jemand anderes schreiben sollte 😉 .

Ich nehme mir an dieser Stelle trotzdem das Recht heraus zu behaupten, dass es gut ist, seinem Herzen zu folgen, auch wenn der Verstand wahrscheinlich zig Gründe hat, die dagegen sprechen. Wer zu lange nur seinem Verstand oder Sicherheitsdenken folgt, verkümmert in der Seele und funktioniert nur noch, das kann auf Dauer nicht gut gehen. Wer seinem Herzen öfter folgt, steht zu sich selbst und den eigenen Idealen. Wer dies zu lange unterlässt, wird es, so meine Erfahrung, schwer haben, glückliche Momente in sein Leben zu holen.

Und so schreibe ich hier auch von meiner Erkenntnis, dass Frohsinn und Glück auch eine Frage der inneren Risikobereitschaft sind. Wer mutig, das heißt trotz der Ängste, seinen Weg geht, lebt lebendiger und wahrhaftiger. Mutige Entscheidungen zu treffen bedeutet, das Risiko einzugehen, sich geirrt zu haben, eventuell seine Richtung ändern zu müssen, sich einzugestehen, dass etwas doch nicht geklappt hat – aber wenn ich dem ewig aus dem Weg gehe, dann gehe ich dem Leben selbst aus dem Weg. Deshalb ist Mut so wichtig und die Fähigkeit, trotz der eigenen Bedenken und Ängste Entscheidungen für sich zu treffen, Entscheidungen, die vielleicht nicht populär oder vernünftig sind, die sich aber richtig anfühlen und das Herz hüpfen lassen.

Vor kurzem habe ich hier einen Beitrag mit dem Titel „Unvernunft gesucht“ geschrieben und ich komme jetzt darauf zurück, weil ich glaube, dass gerade bei den großen Lebensentscheidungen Vernunft nicht immer der beste Ratgeber ist. Natürlich ist es bestimmt ratsam, bei wichtigen Dingen alle Seiten zu beleuchten und den Verstand nicht ganz außen vor zu lassen, sozusagen nicht blind einfach die Fahrbahn zu wechseln, aber wenn Bauch und Herz sich einig sind, spätestens dann ist es Zeit zu handeln, auch, wenn es vielleicht unvernünftig ist.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen die nötige Portion Unvernunft und Mut, um den eigenen Weg zu gehen und verbleibe für heute

Eure Merle

 

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