
Weltanschauuung ist der Titel dieses Werkes. Ein Teil von mir liebt die Welt und ihre Menschen, ein Teil von mir verabscheut sie bzw. das, was ich sehe, wenn ich hingucke. Ich empfinde eine tiefe Ambivalenz, wenn ich über die Erde und uns nachdenke und frage mich, sind wir noch zu retten? Besonders tief betroffen macht mich der Umgang mit unseren Ressourcen und der Natur. Diese Woche habe ich ein Photo von einer Menge Eisbären gesehen, die alle auf einer Müllkippe versammelt waren, um dort zu fressen. Sie haben kein Packeis mehr, um von dort aus Robben zu fangen. So müssen die armen Kreaturen, die eigentlich Einzelgänger sind, sich im menschlichen (Gift-) Müll ernähren, in völlig unnatürlicher Art und Weise zusammmen mit Artgenossen. So weit ist die Zerstörung ihres Lebensraums schon fortgeschritten. Ich finde das erschreckend und traurig.
Es gäbe noch vieles mehr aufzuzählen, was einen schier verzweifeln lassen kann; angefangen bei Krieg und Gewalt über Armut und Krankheit bis Diskriminierung und Rassismus. Doch es geht mir nicht um das Aufzählen von Dramen sondern vielmehr um die Fragen: wie eben nicht verzweifeln, angesichts der unzähligen Missstände? Bin ich eine Träumerin wenn ich glaube, die Welt ist zu retten? Ist sie das? In welcher Welt wollen wir leben und was sind wir bereit dafür zu geben? Wann ist endlich Schluss mit dem ewigen Rufen nach dem Mehr, nach höher, schneller, weiter… wann fangen wir an, uns und unsere Mitwesen zu achten und zu respektieren und gewaltfrei (im weitesten Sinne des Wortes) zu leben?
All diese Fragen geistern in diesen Tagen durch meinen Kopf und obwohl es keine einfachen, schnellen Antworten darauf geben kann, finde ich es doch wichtig, diese Fragen zu stellen, auch mir selbst diese Fragen zu stellen und zu gucken: tue ich alles, was mir möglich ist, um in dieser Welt möglichst wenig Schaden anzurichten und stattdessen Positives zu bewirken? Ich fahre kein Auto, ich fliege nicht und bin Vegetarier, aber ist es damit getan oder ruhe ich mich darauf aus? Und vom CO-2-Fußabdruck abgesehen gibt es ja noch viele andere Ebenen, auf denen ich durch meine Existenz Auswirkungen auf andere habe. Gehe ich damit verantwortungsbewusst um? Immerhin gibt es ja auch so etwas wie emotionale Umweltverschmutzung, um nur ein Beispiel zu nennen.
Und so werfe ich an diesem Freitag Abend vor allem Fragen in den Raum und würde mich sehr freuen, wenn ich damit eine Diskussion anzetteln kann…
Eure, zwischen Hoffnung und Betrübnis schwankende,
Merle