Tattoo Art

dav

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

heute melde ich mich mit einer Kunst der anderen Art zurück – das obige Bild zeigt die Tätowierung, die ich seit Montag auf meiner Haut trage und ich gebe zu, ich bin stolz drauf 🙂 ! die Hand ist noch geschwollen und die Schmerzen vom Stechen noch frisch in der Erinnerung, aber es hat sich gelohnt. Nachdem ich mir diese Tätowierung seit Jahren gewünscht hatte, bekam ich trotz langer Warteliste kurzfristig einen Termin (weil jemand anders abgesagt hatte) und freu mich jetzt wie Bolle!

Tätowierungen begeistern mich schon lange und ich finde es höchst interessant von anderen zu erfahren, warum sie sich tätowieren haben lassen. Oft steckt eine ziemlich emotionale Geschichte hinter den Hautbildern und es gibt eine bunte Vielfalt an Gründen, warum sich jemand Tinte unter die Haut stechen lässt. Sei es das Andenken an einen geliebten Menschen oder ein Tier, die Aufnahme eines Schutzwesens, die Stärke eines Krafttieres oder einfach die simple Schönheit von Naturmotiven. Sehr speziell finde ich die weit verbreiteten Motive von Totenkopf oder Zombiegesichtern oder der La Catrina (mexikanische Totenmaske, ein Symbol für den Tag der Toten in Mexico, das ursprünglich parodistisch eine reiche Frau der Oberschicht als Skelett darstellte). Mit diesen Bildern kann ich wenig anfangen, besonders weil ich mich frage, inwieweit Tätowierungen zumindest unbewusst auf uns wirken. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, täglich einer hässlichen Fratze ins Gesicht zu sehen, aber gut, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.

Theoretisch beschäftigt habe ich mich mit Tätowierungen schon während meines Ethnologiestudiums, wobei die Maori-Tatauierungen als Übergangsritus und Statussymbol sogar ein Magisterprüfungsthema von mir waren. Damals hätte ich mich jedoch nie getraut, mich selber tätowieren zu lassen, weil ich ja noch meine berufliche Zukunft vor mir hatte und ein Bewerbungsgespräch mit sichtbarer Tätowierung hätte ich mir nicht vorstellen können. Inzwischen sind 20 Jahre ins Land gegangen, Tätowierungen sind gesellschaftlich noch akzeptierter und Bewerbungsgespräche spielen bei mir eigentlich keine Rolle mehr. Sollte die Jobsuche jemals wieder Thema werden, dann weiß ich heute aber auch, dass ich dort nicht arbeiten möchte, wo das ein Problem darstellt.

Und warum hab ich mich nun tätowieren lassen und warum mit diesem Motiv? Das Motiv habe ich nicht nur gewählt, weil ich es rasant schön finde sondern auch wegen seiner Bedeutung. Der Pfau steht für Kwan Yin (oder Guanyin), im Mahayana-Buddhismus ein weiblicher Bodhisattva des Mitgefühls bzw. die Göttin der Barmherzigkeit, wobei sie manchen auch als aufgestiegene Meisterin gilt. Wer sie anruft, darf Trost und Gnade erfahren und eben grenzenloses Mitgefühl. Des weiteren ist der Pfau als Krafttier ein Symbol für die Manifestation der eigenen göttlichen Anteile auf Erden und insgesamt ein helles, lebensbejahendes Zeichen für Sonne und Wiedergeburt.

Die Körperstelle habe ich mehr nach Gefühl ausgesucht – zum einen bietet sich die Form der Pfauenfeder für den Arm an, zum anderen wollte ich eine Tätowierung haben, die ich sehen kann, ohne in den Spiegel zu gucken. Das ist auf jeden Fall mal gelungen 😉 . Jetzt muss das gute Stück noch richtig abheilen, dann bin ich rundum zufrieden (wobei ich diesbezüglich keine Bedenken habe, das Studio arbeitet mit penibelster Sauberkeit und ich halte mich brav an die Pflegehinweise).

So, nun kennt Ihr meinen linken Unterarm und Handrücken – und ich bin gespannt, ob es bei diesem Tattoo bleibt oder ob in der ferneren Zukunft noch weitere dazu kommen…?

Seid herzlich gegrüßt und eine schöne Restwoche wünscht Euch

Eure Merle

 

 

 

 

 

 

 

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