Ausgangsbeschränkungen – Tag 7

Ich fürchte, ich muss eine Beichte ablegen – ich habe es getan – ich habe 2 Packungen Toilettenpapier gekauft. Ich habe einfach keine Lust mehr, mir ständig die Hacken abzulaufen, weil in den Supermärkten in meiner näheren Umgebung nur Klopapier zu Apothekerpreisen zu bekommen ist und in den Drogerien einfach mal nix. Also habe ich heute meinen Radius erweitert und siehe da, in der entfernt gelegenen Drogerie gab es noch ein paar Packungen des wertvollen Produkts und da habe ich zugegriffen. Beschämt. Überlegend. Mit schlechtem Gewissen. – Bis ich mir dachte: geht’s noch? Wegen einer Ware, die im wahrsten Sinne des Wortes für den Popo ist, jetzt einen innerpsychischen Ethikrat aufzumachen? Nä, nicht mit mir. Und als ich mit den beiden Packungen nach Hause lief, fühlte es sich schon nicht mehr schlimm an… 😉 Ich geb auch gern was ab, sollte mich aus meinem Freundeskreis ein Hilferuf erreichen…

Eine Meldung auf ntv, die mich heute besonders gefreut hat: in der sardischen Stadt Cagliari und in Triest wurden in den Hafenbecken nach langer Zeit einmal wieder Delphine gesichtet. Diese Tiere leiden besonders unter Schifffahrtslärm und haben sich offenbar aufgrund der „Ruhe im Meer“ nun wieder in die Nähe der Ufer gewagt. Was für eine schöne Nachricht! Und die Tagesschau meldet in ihrem Live-Ticker, dass die europäische Raumfahrtagentur einen Rückgang der Luftverschmutzung in Europa konstatiert. Es wurden ja schon mehrfach Spekulationen angestellt, inwieweit sich die Corona-Krise auf Umweltverschmutzung und Klimawandel auswirkt – wäre es nicht fantastisch, wenn wir alle die zu erwartenden Erholungseffekte der Natur mit Dankbarkeit begrüßen würden und für die Zukunft entsprechende Konsequenzen zögen? Ich wage es kaum zu hoffen!

Ansonsten stelle ich leider fest, dass mich eine gewisse Lethargie befällt. So sehr ich mich bemühe und mir immer wieder die Notwendigkeit der Kontaktsperre vor Augen führe – die zu Hause abgesessene Zeit macht mich mürbe und ich sehne mich nach meinen Arbeitsmöglichkeiten im Atelier. So viel kann ich gar nicht spazieren gehen, als dass mich die weitgehende Isolation nicht bedrücken würde. Und in Bayern lebend darf ich ja auch nur alleine raus. Es wäre einfacher wenn ich wüsste, wann die Maßnahmen ein Ende haben. Aber so auf unbestimmte Zeit, da schleicht sich einfach immer mehr Unmut ein und das Gefühl, vollkommen ausgeliefert zu sein. Die Situation verlangt uns immense psychische Stärke ab – und sehr viel Einfallsreichtum in Hinblick auf die Tagesgestaltung. Mein neuester Vorsatz heißt deshalb: jeden Tag mindestens eine positive Nachricht zu finden. Für heute ist mir das ja schonnmal gelungen.

Gestern half mir dabei eine Freundin, indem sie mich auf eine ganz besondere Website aufmerksam machte: Horx – Die Welt nach Corona. Matthias Horx ist nach eigenen Angaben ein Zukunftsforscher, Publizist und Visionär und stellt in seinem Artikel eine wunderbare Corona-Rückwärts-Prognose vor. Damit ist gemeint, dass man sich vorstellt, man sei bereits am Ende der Krise und betrachte nun, was sich durch diese alles verändert hat. Und was Horx uns da als Zukunftsbild anbietet, ist einfach wunderbar. Der Text macht Hoffnung und nach seiner Lektüre bin ich definitiv optimistischer gestimmt, was  bleibende Veränderungen angeht. Und ich finde die Methode „Gegenwartsbewältigung durch Zukunftssprung“ sehr empfehlenswert, denn darüber nachzudenken, was sich alles zum positiven gewendet haben wird, ist allemal besser als darüber zu brüten, wie lange die Kontaktsperre noch gilt.

Ihr seht, ich arbeite täglich daran, der Lage etwas Gutes abzugewinnen bzw. meinen ohnehin nicht sehr ausgeprägten Optimismus zu hegen und zu pflegen… bis jetzt klappt’s noch ganz gut… 😉

Damit wünsche ich Euch allen einen schönen Abend und gute Ideen für die Gestaltung des Wochenendes!

Eure Merle

 

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