Ausgangsbeschränkungen – Tag 14

Nein, die Corona-Krise bringt wirklich nicht bei allen das Beste hervor, bei manchen wirds einfach nur hässlich. Heute beim Einkauf: ich gehe gemütlich Richtung Supermarkt, als mir mein Patenhund entgegenspurtet und ich erstmal 5 Minuten mit dem sich irrsinnig freuenden Freudeknäuel beschäftigt bin. Die große Aufregung, die der Hund in seinem Hochspringen und um mich herum Scharwenzeln ausdrückt, führt dazu, dass andere Leute vor dem Supermarkt auf uns aufmerksam werden. So auch ein älterer Herr, der ohne zu fragen einfach den Hund streichelt. Da das Tier extrem gutmütig ist und ich mir keine Sorgen machen muss, sage ich dazu ausnahmsweise nichts – bitte aber den Herrn, der keinen Meter von mir entfernt steht, freundlichst, in Zeiten von Corona möge er doch bitte Abstand halten. Und was sagt dieser unterbelichtete Vollkoffer? „Sie sind ja hysterisch.“ Jetzt – Stunden später – ärgere ich mich, dass ich nicht angemessen reagiert habe. Ich habe gar nichts gesagt und habe einfach mich selbst mit dem Hund weiter weg gestellt. Aber eigentlich hätte ich ihm gern gesagt, wie dumm er ist. Aber wie so oft in Situationen, in denen andere einfach nur unverschämt sind, fällt mir dazu im passenden Moment nicht das richtige ein. Schade.

Dafür wurde ich auf meinem 2stündigen Spaziergang mit dem langsam grünenden und blühenden Frühling belohnt. Ich bin über einen alten Friedhof gelaufen, in dem es von Vogelstimmen nur so zwitscherte, die Sonne schien, es war herrlich friedlich und die Luft angenehm frisch. Nachdem mein Vormittag eher trist und verdrießlich anfing, war das wirklich eine schöne Zeit.

Nicht so schön ist die Aussicht, auf die uns offenbar Berlins Innensenator Geisel einstimmen will. Er sprach heute morgen davon, dass Beschränkungen, Abstandsregelungen und die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten bis Ende des Jahres andauern würden. (Tagesschau Liveticker, 09:50) Ich weiß nicht, ob ich das fahrlässig oder weitsichtig finden soll, in jedem Fall wird mir mulmig bei der Vorstellung, dass mein Leben bis Jahresende derart herunter gefahren sein soll. Vielleicht fange ich doch bald wieder das Beten an…

Eine tendentiell gute Nachricht habe ich heute im Spiegel gefunden: Umfragen zufolge steigt die Zahl der US-Amerikaner, die mit der Arbeit von Donald Trump unzufrieden sind. Wenn sich der US-Präsident weiterhin als unfähiger Krisenmanager erweist, so die Spekulation, könnte er im November abgewählt werden. Das wäre dann eine richtig gute Nachricht.

Mutmachende Informationen habe ich heute im ndr-Podcast mit Professor Drosten gehört: er erklärt im heutigen Podcast, wie eine Handy-App funktionieren könnte, die so gezielt und schnell reagiert, dass damit tatsächlich ein Lockdown in der jetzigen Form nicht mehr notwendig wäre. Sollte es wirklich so sein, dass so eine App anonymisiert funktioniert und ohne, dass sie andere als von mir eingegebene Daten von meinem Handy zieht, würde ich so eine App begrüßen.

Ja, und das war es auch schon für heute von mir. Ich wünsche Euch schonmal ein wunderschönes, sonniges Wochenende und bleibt gesund!

Eure Merle

2 Gedanken zu „Ausgangsbeschränkungen – Tag 14“

  1. Das mit dem app hört sich erst einmal gut an. Normalerweise schalte ich wegen möglicher Angriffe das Blue tooth aus – nur im Auto zum Freisprechen über die Anlage ist es an. Morgen sind wir dann am Gängelband von neuen absoluten Politikern?

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    1. Ich teile Deine Bedenken, man müsste sich das sehr genau anschauen und es besteht natürlich die Gefahr von Missbrauch oder Erweiterung in zukünftigen Projekten. Aber unter den von mir genannten Bedingungen halte ich es für eine Alternative zu einem Monate dauernden Lockdown…ich hoffe, ich bin da nicht zu blauäugig…

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