Ausgangsbeschränkung – Tag 17

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Ich weiß nicht, wie es in anderen Teilen Deutschlands aussieht, aber bei uns lassen sich die Bäume dieses Jahr doch ganz schön Zeit mit ihrem Grün… deshalb habe ich mich besonders über diese blühende Pracht gefreut – und habe davon inspiriert heute endlich neue Balkonpflanzen besorgt und das alte Gestrüpp vom vorigen Jahr entfernt. Jetzt ist es wieder schön, wenn ich von meinem Schreibtisch aus hinaus schaue, was einen nicht zu verachtenden, angenehmen Effekt auf meine Stimmung hat.

Gute Nachrichten habe ich heute gleich drei gefunden: Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege sollen mit ihrem Juli-Gehalt eine Einmalzahlung in Höhe von 1500 Euro erhalten. Das finde ich im ersten Schritt sehr positiv. Was mich allerdings noch mehr freuen würde, wäre, wenn endlich der Lohn der in der Pflege Beschäftigten angehoben würde. Diese Menschen leisten immer äußerst wichtige Arbeit – sie sollten entsprechend entlohnt werden! – Eine andere Meldung kommt aus Norwegen: die dortige Regierung ließ verlauten, dass sie die Epidemie unter Kontrolle habe. Es werden dort inzwischen statistisch gesehen weniger als 1 Person von einem Infizierten angesteckt. Sollte das der Wahrheit entsprechen und sich die Zahlen halten bzw. weiter verbessern, wäre dies eine wirklich gute Nachricht. – Und schließlich wird berichtet, dass die AfD im Zuge der Coronakrise an Bedeutung verliert bzw. politisch geschwächt wird. Man kann sich dort nicht auf einen Kurs einigen und überhaupt scheinen die Damen und Herren überfordert mit dem Thema… auch diese Tendenz darf sich gerne halten… gerne bis sie sich auflösen!

Ja, und da ich festgestellt habe, dass ich im Zuge der derzeit eher einförmigen Tage ein bißchen abstumpfe, habe ich mir heute aus dem ABC der Gefühle das Kapitel über Staunen durchgelesen und möchte einen Auszug davon hier wiedergeben:

„Ich brauche etwas, was mich lebendig werden lässt. Einen Sonnenaufgang oder das Lächeln eines Kindes, das Spiel der Seifenblasen oder das Genie eines Musikers… Der Anlass, der mich auf den Plan ruft, ist bei den verschiedenen Menschen unterschiedlich, gemeinsam ist die innere Haltung eines Menschen, die ich brauche, um als Staunen aufzutreten: eine Haltung der Achtsamkeit und Offenheit. Meine Grundlage und Voraussetzung ist ein achtsames Interesse. Wer etwas nicht wahrnimmt, kann mich auch nicht erleben. Und die Offenheit ist entscheidend: Wenn jemand staunt, dann nimmt er etwas in sich hinein. Der Sonnenuntergang, der Staunen erregt, wird in das Erleben aufgesogen. Der staunende Mensch gibt sich dem Sonnenuntergang hin und nimmt ihn gleichzeitig in sich auf. Er verleibt ihn sich ein. Das ist auch der Sinn, warum es mich gibt. Ich bin dazu da, Wundersames aufzunehmen. (Baer und Frick-Baer: ABC der Gefühle, Weinheim 2008, Seite 81f)

Zu Staunen, wie ein Kind, diese Fähigkeit möchte ich nicht verlieren, ich möchte sie kultivieren und pflegen…damit mir Seifenblasen auch noch mit 90 Freude machen…

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für diese Woche etwas zum Staunen und zum Einverleiben des Wunderbaren! Passt auf Euch auf,

Eure Merle

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