Ausgangsbeschränkungen – Tag 27

Hurra, heute gibt es gleich zwei richtig gute Nachrichten! Erstens hat Herr Söder die bayerischen Ausgangsbeschränkungen denen der anderen Bundesländer angepasst: man darf sich jetzt auch in Bayern mit einer Person außerhalb des Hausstandes treffen. Bisher war dies nur Lebenspartnern erlaubt. Jetzt dürfen auch Alleinstehende den besten Freund/die beste Freundin treffen, das ist wirklich eine Erleichterung! Und zweitens hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt, dass es kein generelles Demonstrationsverbot geben kann, sondern dass grundsätzlich Demonstrationen möglich sein müssen. Wie gut, dass es die Verfassungshüter in Karlsruhe gibt und ich hoffe, sie werden auch weiterhin genau hinschauen.

Zu den gestern verkündeten Änderungen bzw. Verlängerungen der Maßnahmen kann ich nicht viel sagen, außer dass mich sehr schmerzt, dass das Atelier, in das ich sonst immer gegangen bin, immer noch nicht wieder öffnen darf. Aber damit hatte ich schon gerechnet. Nachdem ich gestern das erste Mal mit einer (einfachen) Atemschutzmaske unterwegs war, bin ich ganz froh, dass es noch keine Pflicht gibt: nach ca. 20 Minuten wird es ziemlich unangenehm unter dem Ding, ich hatte das Gefühl nicht genünged Luft zu bekommen und wenn ich mit jemandem gesprochen habe, hatte ich immer die Angst, nicht verstanden zu werden. Also ich persönlich muss das nicht haben…

Insgesamt bin ich in den letzten Tagen immer unzufriedener mit der Gesamtsituation und bin der Meinung, ich müsste die viiiieeeeele freie Zeit besser nutzen. Aber leider schleichen sich statt dessen Faulheit und Demotivation immer mehr ein. So hatte ich zum Beispiel vor, meine Unterlagen und Ordner zu durchforsten und einen allgemeinen Rundumschlag in Sachen Ausmisten zu starten – stattdessen lese ich oder trinke Kaffee und rauche. Auch mein Vorsatz wieder Rad zu fahren ist bisher nicht in die Tat umgesetzt worden, ganz zu schweigen von Fenster putzen und Keller entrümpeln. Hmpf. Also, man könnte auch sagen, der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach. Aber immerhin mache ich jeden Tag einen Spaziergang, das ist ja schonmal was.

Davon abgesehen mache ich neuerdings immer öfter die Erfahrung, mich völlig leer zu fühlen und sogar eine Leere im Kopf wahrzunehmen. Ja, ich weiß, dass ist jetzt eine super Steilvorlage für Witze über mein Denkvermögen – aber ich meine das tatsächlich ernst. Leere allüberall und ich bin mir etwas unsicher, ob das schon der Zustand ist, den viele durch Meditation zu erreichen versuchen. Ich brauch nur eine Weile vor mich hin zu starren, dann kommt diese Verfassung von allein. Das Dumme ist, ich fühl mich nicht sonderlich wohl damit. Was eigentlich wirklich schade ist, weil so ein Gefühl der Leere auch sehr entspannend sein kann – wenn man, also ich, den Zustand nicht bewerten würde. Also Leere und ein Meckern: das darf nicht sein. Vielleicht ist die Leere auch nur so schwer auszuhalten weil sie ungewohnt ist. Ich kenne zwar Formen der Dissoziation aber sich bei vollem Bewusstsein und Da-Sein leer zu fühlen ist nochmal was anderes. Naja, die gute Nachricht ist, ich werde in den nächsten Wochen noch viel Zeit zum Üben haben.

Nun gut, das war es auch schon für heute! Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend und einen sonnigen Wochnenausklang, bleibt gesund!

Eure Merle

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