
Irgendwann geht alles vorbei. Wir wissen, dass alles endlich ist und trotzdem fällt es uns oft schwer, uns für die wichtigen Dinge und Wesen in unserem Leben Zeit zu nehmen. Es gibt ja auch immer so viel zu tun und zu erledigen und morgen ist ja auch noch ein Tag.
Aber was, wenn wir wüssten, dass wir nur noch einen Tag zu leben hätten oder wir aus irgendeinem Grund nur noch einen Tag mit einem Freund verbringen könnten? Ich weiß, ich würde mich maßlos ärgern und mir Vorwürfe machen. Und mich dann ärgern, dass ich darauf Zeit verschwendet habe… Was hätte ich nicht noch alles tun wollen und besprechen mögen…! Es gibt diesen Spruch „Lebe jeden Tag als wär es Dein letzter.“ Das scheint schwer umsetzbar und ist es für viele bestimmt auch, je nach dem, was man so vorhätte. Wer würde sich schon hinsetzen, die letzten Dinge regeln und dann ruhig meditieren?
Ich habe darüber nachgedacht und ich weiß tatsächlich nicht, was ich an meinem letzten Tag tun würde. Es gibt so vieles, was mir dann wichtig und sinnvoll erscheint und gleichzeitig kommt mir das dann alles völlig sinnlos vor. Warum nicht in Ruhe meditieren? Das Loslassen vorbereiten…
Ich denke, es ist wirklich gut, dass wir nicht wissen, wann wir sterben, das wäre ja psychisch nicht auszuhalten. Was mir aber die Beschäftigung mit der Frage nach dem letzten Tag gebracht hat, ist, dass ich mir mehr bewusste, stressfreie Zeit mit den mir wichtigen Menschen und Tieren verbringen möchte. Dass ich sozusagen so viel wie möglich von allem mitbekomme, alles wahrnehme und schöne Erinnerungen speichere.
Was ich tatsächlich schon seit vielen Jahren mache, wenn Freunde zum Beispiel zu Besuch waren und wieder abfahren, dass ich mich (innerlich) so verabschiede, als könnte es das letzte Mal gewesen sein, dass ich sie gesehen habe. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht, ob wir den anderen wiedersehen. Das trifft natürlich auch auf den Abschied zu, wenn der Partner am Morgen in die Arbeit fährt…
Sollten wir deshalb paranoid werden und ständig ans Ende denken? Natürlich nicht. Dass wir nicht immerzu an alle Eventualitäten denken, ist ein sehr gesunder Verdrängungsmechanismus. Aber öfter mal bewusst „Tschüß“ sagen. Doch mal mit der Freundin treffen statt Überstunden machen. Achtsam zuhören, wenn der Freund was erzählt – und die Katze doch auf den Schoß nehmen wenn sie meckert, auch wenn das schwarze T-Shirt dann voller weißer Katzenhaare ist.
Im Englischen heißt es so schön „quality time“ verbringen. Ja, genau das möchte ich mehr in mein Leben holen. Damit wenn der Abschied kommt, ich sagen kann: ich habe in vollen Zügen erlebt.
Mit diesen nachdenklichen Worten wünsche ich Euch schnmal ein schönes Osterfest!
Eure Merle
Wir sollten über manche Dinge nicht zu lange nachdenken. Es kommt wie es kommt, ohne das wir Einfluß darauf haben. Ich wünsche Dir ein wunderbares Osterfest.
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