Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, weiß, dass ich mir die Frage stelle, was wir als Einzelne beitragen können, damit unsere Gesellschaft eine lebenswerte Gesellschaft bleibt oder sogar noch lebenswerter wird. Oft fühle ich mich einsam und ohnmächtig, wenn ich über diese Frage nachdenke oder werde frustriert. Doch heute bin ich über ein Lied gestolpert, dass mir Hoffnung macht und dass mich so sehr berührt, dass ich es mit meinen LeserInnen teilen möchte: Es ist von Ben Harper und Jack Johnson (dessen Album „Curious George“ ich nur empfehlen kann!) und ihr findet es unter folgendem Link auf YouTube:
Es geht darum, dass jeder von uns die Welt zu einem besseren Ort machen kann und dass wir nicht alleine sind – weil wir uns unseren Nächsten zuwenden können. Als ich das Lied zum ersten Mal gehört habe, habe ich die Verbundenheit zur Welt und den Menschen gespürt und mir kamen die Tränen, weil ich daran erinnert wurde, dass alles, was ich tue und bin mit allem verbunden ist und dass ich daher sehr wohl Einfluss auf die Welt habe. Selbst in meinem kleinen Radius kann ich durch Liebe und Mitgefühl etwas Positives in die Welt tragen, kann meinen Mitmenschen durch einen Lächeln oder einen herzlichen Gruß den Tag freundlicher machen und kann durch mein Sein mehr Freundlichkeit, mehr Verbundenheit und mehr Wertschätzung in die Welt bringen.
Ich scheue mich ein wenig, das hier zu schreiben, weil es vielleicht abgedroschen und/oder kitschig klingt – aber so banal es ist, so schwierig und flüchtig ist es auch. Wie soll die Welt ein friedlicher und liebevoller Ort sein, wenn nicht jeder Einzelne im Kleinen anfängt? Wie oft sitze ich in der U-Bahn und bin genervt und gestresst von meinen Mitmenschen und verströme förmlich schlechte Laune? Wie oft grüße ich die Kassiererin nicht freundlich und wünsche ihr keinen schönen Tag? Wie oft trenne ich den Müll dann mal doch nicht, weil ich zu bequem bin? Wie oft schmeiße ich Essen weg, weil ich es wieder nicht geschafft habe, zu kochen? Wie oft beharre ich in einer Diskussion auf meiner Meinung, anstatt der Anderen erstmal geduldig zuzuhören? Wie oft kümmere ich mich nicht um mein eigenes Wohlbefinden und suche Ablenkung in ungesunden Verhaltensweisen? Und so weiter und so fort…
Ja, es sind banale, kleine Dinge – aber es sind genau diese Dinge, die dazu gehören, wenn wir bewusst und achtsam leben wollen und einen Beitrag für eine bessere Welt leisten wollen, mit unseren eigenen Händen. Das gilt übrigens auch für die Einsamkeit. Wie oft fühlen wir uns einsam und sind insgeheim grummelig, weil keiner für uns da ist. Anstatt selber mal die Hand auszustrecken und die Andere in den Arm zu nehmen. Oder einfach mal ehrlich zu fragen: wie geht es Dir? Und dann zuzuhören und interessiert zu sein.
Ich fühle mich oft überwältigt von der Flut an Informationen, was alles schief läuft in dieser Welt. Das Lied hat mir wieder verdeutlicht, dass ich meine Welt gestalten kann, und dass ich sie gut gestalten kann. Dass es nichts hilft, über das fehlende Licht zu jammern sondern dass es gut und richtig ist, selbst ein Licht anzuzünden. Ganz nebenbei erhöht das das Gefühl der Selbstwirksamkeit und schon fühlt man sich nicht mehr so schlecht. Und wenn ich mich um meinen eigenen, inneren Frieden kümmere, dann ist das auch ein Beitrag für eine bessere Welt, denn da fängt sie an, im Innern eines jeden Einzelnen.
Ich finde das einen zutiefst tröstlichen Gedanken und hoffe, dass es den/die eine/n oder andere/n von Euch ebenso inspiriert zu gucken, wo er oder sie die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Ohne Druck, ohne Zwang, ohne große Pläne – einfach im Kleinen, bei sich selbst oder beim Nächsten.
Ich wünsche Euch eine schöne Woche und verbleibe herzlich,
Eure Merle