

Hier seht Ihr, liebe Leserinnen und Leser, meine zwei neuesten Werke, die mir im Moment besonders wegen der Farben und der starken Dynamik gut gefallen. Malerisch gesehen läuft es im Augenblick ganz gut, ich würde zwar gerne noch mehr kreativ arbeiten, aber da brauche ich noch Geduld bzgl. eines passenden Raumes…
Und mit dem Stichwort Geduld bin ich auch schon bei meinem heutigen Thema, das ich zwar so ähnlich (nämlich in Bezug auf Behörden o.ä.) hier schonmal beschrieben habe, dass mich aber immer wieder auf die Palme bringt, besonders, wenn es um den persönlichen Bereich geht: auf Antworten warten. Es ist eine Sache, wenn sich Behörden oder Ämter lange Zeit lassen, um einem Antwort zu geben, es ist eine andere Sache, wenn Bekannte oder Freunde oder auch Ärzte – also greifbare Personen – auf Antwort warten lassen. Ich fand das schon als ich noch im Beruf tätig war ungemein nervig, wenn Emails ewig nicht beantwortet wurden; ich finde es im Privaten noch nerviger, wenn sms oder Emails nicht beantwortet werden, undzwar obwohl man schon mitten in einer „Unterhaltung“ war, soll heißen, ich habe eine erste Reaktion bekommen, und meine Antwort darauf wird nicht mehr beantwortet. Das macht mich fast rasend, denn ich finde, zumindest ein „ich melde mich später“ oder ähnliches müsste doch drin sein.
Vielleicht sehe ich das zu eng, immerhin ist ja mit der Email- und der sms-Kommunikation auch das Unwissen verbunden, wo sich der andere gerade befindet, wie er oder sie gerade beschäftigt ist. Dennoch empfinde ich es als eine Unart, wenn diese Unterhaltungen einfach abgebrochen werden. Ich gehe ja im persönlichen Gespräch auch nicht einfach ohne Erklärung aus dem Zimmer und komme erstmal nicht mehr zurück. Ich lege auch beim Telefonat nicht mitten im Gespräch auf. Aber bei Emails und sms scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, dass man sich nach Gutdünken mit der Antwort Zeit lassen kann. Das wäre insofern in Ordnung für mich, wenn nicht so viele Menschen oft nur noch über diese Kanäle erreichbar wären! Während also einerseits die digitale Revolution die Kommunikation erleichtert, weil man grundsätzlich immer und überall erreichbar ist, führt sie andererseits zu einer „Verrohung der Sitten“ im Gespräch.
Ich bin scheinbar hoffnungslos altmodisch, da ich mich immer sehr bemühe, so schnell wie möglich zu antworten. Das liegt vor allem auch daran, dass ich weiß, wie ich mich fühle, wenn ich auf Antwort warte. Ich mache mir furchtbar viele Gedanken, warum der andere nicht mehr reagiert, male mir alle möglichen, sicher auch seltsamen Szenarien aus und meine neurotische Ader tanzt sozusagen Tango mit mir. Allerdings gehören zum Tango zwei und der zweite ist eigentlich mein Gesprächspartner, der mich mitten im Austausch von Informationen hat sitzen lassen. Macht man sowas?
Ich will mir nicht immer wieder Erklärungen und Entschuldigungen ausdenken müssen, warum ich keine Antwort bekomme, ich finde, das ist nicht meine Aufgabe. Wie gesagt, ein kurzer Hinweis, dass eine Antwort später folgt, würde meinem Höflichkeitsempfinden schon Genüge tun. Nun klingt es wahrscheinlich so, also würde ich ständig und immer auf Antworten warten – dem ist natürlich nicht so. Ich gestehe, ich schreibe diesen Text gerade auch unter dem Eindruck des Wartens auf eine Antwort einer Ärztin. Aber es kommt eben doch immer wieder vor, dass ich warte und warte und warte und ich ärgere mich heute noch genauso über das Warten wie damals, als Emails und Handys eingeführt wurden. Ich kann mich an diese nonchalante Unverbindlichkeit nicht gewöhnen, mit der viele heute kommunizieren und ich möchte auch selber nicht so kommunizieren.
Ich werde also weiterhin konsequent meine erhaltenen Nachrichten so bald wie möglich beantworten und werde weiterhin immer wieder in der Warteschleife hängen, ob es mir gefällt oder nicht. Vielleicht werde ich aber in Zukunft, so sich die Gelegenheit im persönlichen Gespräch ergibt, meinen Unmut darüber äußern, dass ich in der Warteschleife hing; wenigstens das kann ich für mich tun…
Und damit verabschiedet sich für heute, immer noch wartend,
Eure Merle
Hallo Merle,
Deine Werke zeigen, so finde ich jedenfalls, sehr deutlich wie sehr Deine Gedanken in Aufruhr sind.
Natürlich ist es schlichtweg unhöflich, dem Gesprächspartner keine Antwort zu geben, bzw. die Kommunikation plötzlich abzubrechen.
Unsere heutige Zeit ist geprägt von Oberflächlichkeit und fehlender Empathie.
Es lohnt sich nicht, wegen solchen Menschen im Gedankenkarusell zu versinken. Es muss auch nicht immer eine Absicht dahinter stecken. Manchmal, geht in der Flut der digitalen Welt einfach, unabsichtlich, etwas unter!
Es ist nicht zu ändern, deswegen bringt es nichts soviel Energie dafür zu verschwenden!
Ich halte mir dann immer die schönen Begegnungen hier im Netz vor Augen und sortiere konsequent aus. Genauso wie auch im wahren Leben!
Ich wünsche Dir alles Gute und weiterhin viel Freude mit Deiner Malerei!
Sei herzlich gegrüßt Babsi
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Liebe Babsi, vielen Dank für Deinen klugen und feinsinnigen Kommentar – in der Tat zeigen meine Bilder den inneren Aufruhr, das sehe ich ganz genauso! Und natürlich ist es auch richtig, dass es nichts bringt, so viel Energie auf das Thema zu verwenden, ich stecke da teilweise einfach fest. Mir fehlt hier in gewisser Weise die Akzeptanz und ohne diese komme ich da nicht weiter. Also wieder mal viel Atmen und viel Malen 🙂 Und ja, Aussortieren ist sicher manchmal auch ein guter Schritt… Jedenfalls danke ich Dir, dass Du Dir Gedanken zu meinem post und den Bildern gemacht hast und auch für die guten Wünsche! Ich wünsche Dir auch eine gute Zeit, herzlichst, Merle
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