Ein Lächeln kann so viel

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Und so schnell kann es gehen, noch gestern dachte ich, ich müsste noch länger auf einen neuen kreativen Schub warten, aber schon heute war er da und das Ergebnis seht Ihr hier bzw auf der Seite „Malerei“… Ich bin froh, dass mich die Muse heute ereilt hat, denn ich habe die letzten Tage einen ziemlich ausgeprägten Blues mit mir herum getragen, aber wenn ich malen kann, ist die Welt meistens in Ordnung. Wenn auch manche Bilder eher nach Unordnung aussehen, aber das tun sie ja nur oberflächlich…

Mein besonderer Dank gilt heute vor allem drei Menschen, die mich in den vergangenen Tagen durch ihr ungemein freundliches und offenes Lächeln aus meinem Blues rissen. Zuerst war es mein Homöopath, dann eine Nachbarin und schließlich eine mir unbekannte Frau in der S-Bahn. Es ist unglaublich, was ein Lächeln bewirken kann, so sehr ist mir das noch nie aufgefallen wie jetzt.

Nun denkt sich vielleicht manch einer, ja klar, angelächelt werden ist immer schön, keine große Sache. Dem würde ich entgegen halten: doch, es ist eine große Sache, ganz besonders, wenn man gerade in negativen Gedanken und seinem Kopfkino gefangen ist. Ein Lächeln bedeutet nicht nur, dass mir jemand freundlich gesonnen ist, ein Lächeln stellt überhaupt erstmal eine Verbindung zur Welt her! Wer mit sich selbst beschäftigt durch die Gegend geht, so wie ich in den letzten Tagen, nimmt die Welt um sich herum ja kaum wahr. Wie außerordentlich angenehm und sogar hilfreich ist da ein offenes Lächeln, dass mir die Tür zur Welt öffnet und mich erinnert, erstens: ich bin Teil des Ganzen und zweitens: es gibt freundliche Menschen um mich herum!

Das Lächeln meines Homöopathen traf mich an einem frühen Abend, nach einem Tag, an dem ich sicher war, mal wieder so ziemlich alles falsch gemacht zu haben. Ich geizte nicht mit Selbstkritik und war unendlich erschöpft von negativen Gedanken. Da läuft er mir über den Weg, sagt „Hallo“ und lächelt so strahlend, dass ich gar nicht anders kann, als auch strahlend zu lächeln und das widerum hat ja auch eine positive Rückwirkung auf mich.

Meine Nachbarin traf mich am frühen Morgen vor dem Haus und wir waren beide noch recht verschlafen, so mein Eindruck. Aber ihr freundliches Lächeln machte den Morgen viel weniger unangenehm und mein Weg, auf den ich eigentlich keine Lust hatte, wurde viel unbeschwerter.

Die mir gegenüber sitzende Dame in der S-Bahn lächelte mich hinreißend an, weil sie feststellte, dass sie, entgegen ihrer Annahme, ihre Musik nicht nur über den Kopfhörer hörte sondern das Handy noch auf „laut“ gestellt war. Als sie das Versehen und meinen amüsierten Blick bemerkt, lächelt sie so breit wie ein Honigkuchenpferd und ich muss unwillkürlich lachen.

Spätestens da finde ich, dass Lächeln eine Medizin ist, von der man nicht genug bekommen kann, undzwar sowohl als Sender wie als Empfänger. Wobei, wie gesagt, es schwer ist, nicht zu lächeln, wenn man so nett angelächelt wird.

Ich fürchte ich selbst bin eher eine reziproke Lächlerin, will heißen, ich lächle, wenn ich angelächelt werde, von mir selbst aus, gehe ich zur Zeit eher nicht lächelnd durch die Welt. Doch die Erfahrung der letzten drei Tage hat mich nachdenklich gemacht und ich möchte gerne mehr „aktiv“ lächeln. Mal sehen, ob mir das gelingt. Bis dahin bin ich auf jeden Fall dankbar für jedes Lächeln, dass mir in den Schoß fällt und erwidere es gerne 🙂

Und wieder mal hat mir das Leben gezeigt, dass es oft die vermeindlich kleinen Dinge sind, die einem das Leben versüßen. Ich vergesse das gerne immer wieder, aber ich werde netter Weise auch immer wieder daran erinnert.

In diesem Sinne sende ich Euch ein Lächeln an diesem Freitag Abend und verbleibe

Eure Merle

2 Gedanken zu „Ein Lächeln kann so viel“

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