Ausgangsbeschränkungen – Tag 22

Nachdem ich mir gestern einen Internet-freien Tag gegönnt habe, melde ich mich heute zurück und wünsche zunächst mal meinen LeserInnen ein wunderschönes Ostern – egal wie reduziert und eingeschränkt es sein mag.

Heute gibt es auch gleich eine gute Nachricht: der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel macht Hoffung, dass noch in diesem Jahr ein Medikament zur Behandlung von Covid-19 Erkrankten zugelassen werden könnte. Man erwarte entsprechende Studienergebnisse im Sommer und könne dann eventuell eine Zulassung geben. Das, finde ich, sind doch mal schöne Neuigkeiten!

Leider gibts gleichzeitig auch schlechte Nachrichten: ein Teil der CDU will zur Abmilderung der Corona-Folgen für die Wirtschaft die Klimaziele außer Kraft setzen bzw. zeitlich strecken. Das wäre allerdings ein Armutszeugnis für die Regierung, wenn sie das tatsächlich umsetzen. Die Folgen des Klimawandels werden ja durch Corona nicht weniger drängend. Aber anscheinend gibt es immer noch Leute, die meinen, wir hätten da unbegrenzt Zeit. Das ist für mich vollkommen unverständlich.

Apropos unverständlich: während meines heutigen Einkaufs sind mir mal wieder zwei Dinge aufgefallen, die ich auch nicht verstehe:

  1. Warum spucken Menschen in der Öffentlichkeit auf den Boden? Zu Hause machen sie das bestimmt auch nicht – aber draußen, auf dem Trottoir, da wird abgesondert was das Zeug hält. Sogar, wenn gerade jemand vorbei geht – spuckt man mal eben in die Richtung des Mitmenschen ohne Rücksicht und Takt. Ich finde das nicht nur widerlich sondern auch ein Zeichen extrem schlechter Manieren, ja, ich möchte fast sagen, wer draußen ungehemmt seine nasal-oralen Exkremente verteilt, hat noch nicht verstanden, was Zivilisation bedeutet.
  2. Warum neigen Menschengruppen dazu, keinen Platz zu machen, wenn ihnen eine Einzelperson entgegen kommt? Warum muss ich auf den Fahrradweg oder die Straße ausweichen, anstatt dass 5 Leute, die nebeneinader gehen, ein Stückchen des Weges frei geben? Das passiert mir regelmäßig und ich frage mich ob das an mir liegt, dass ich übersehen werde – obwohl ich schon meine, wahrgenommen zu werden – oder ob es in der Natur der Sache liegt, dass Gruppen einfach ein kollektives Überlegenheitsgefühl entwickeln und schlicht nicht einsehen, „nachzugeben“? Oder denkt jeder in der Gruppe, der andere wird schon ausweichen und am Ende tut es keiner? Es ist und bleibt ein Rätsel.
  3. In die gleiche Kategorie unverständlicher Phänomene gehört für mich übrigens, dass Leute im Kino während des Films oder Zuschauer während des Theaters oder Konzertes quatschen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich nicht mehr gerne ins Kino gehe – die blöden Komentare bzw. einfach störenden Gespräche während der Film läuft… dann holt Euch doch die DVD und guckt zu Hause, aber stört die anderen Leute nicht! Der einzige Film, bei dem Publikumsbeteiligung erwünscht ist, ist die Rocky Horror Picture Show (gibt es diese Mitmach-Vorführungen auch in anderen Städten?) aber ansonsten erwarte ich Ruhe während des Films.

Geht es anderen auch so oder bin ich überdurchschnittlich empfindlich, was solche Dinge angeht? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass mich diese Phänomene je nach Tagesverfassung unheimlich nerven. Vielleicht muss ich einfach daran arbeiten, meine Umgebung bei Bedarf nur noch selektiv wahrzunehmen…

Und für alle, die wie ich in diesen Tagen öfter mal unter schlechter Laune leiden, habe ich eine Empfehlung: Discomusik aus den 70ern – und man kann auch mit Kopfhörern auf dem Kopf tanzen. Sieht zwar bescheuert aus, hilft aber trotzdem 🙂

Habt schöne Feiertage und bleibt gesund!

Eure Merle

2 Gedanken zu „Ausgangsbeschränkungen – Tag 22“

  1. Hallo Merle,
    Heute könnte ich gerade in schlechte Laune abrutschen.
    Es ist Ostersonntag und in der Wohnung über mir wird der Tag dazu genutzt, alle erdenklichen Geräte, laute Geräte (!), zum Reinigen von Wohnung und Balkon anzuwerfen!! Irgendwann war das Prozedere vorbei und keine zwei Stunden später rückte schräg unter meinem Balkon eine türkische Großfamilie mit lautem Tamtam an- keine Ahnung wo die eigentlich wohnen- und schmissen den Grill an. Kleine Fläche, vier Erwachsene und doppelt soviele Kinder, samt Ball und Spielzeug. Ich kam mir gelinde gesagt ein bisschen verhohnepiepelt vor, denn da achtet man auf die Beschränkungen, darf keine Osterfeiern mit Familie und Freunden begehen, nicht in die Kirche, hält das irgendwie aus und direkt vor der Nase wird einem gezeigt, wie es anders geht. …Na toll!
    Ich begebe mich jetzt auf die Suche nach Ablenkung.
    Einen Schönen Abend Dir und frohe Ostern,

    Miriam

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    1. Liebe Miriam, ich verstehe Dich so gut! Gerade wenn man selber bemüht ist, sich korrekt und rücksichtsvoll zu verhalten, sind die Grenzüberschreitungen anderer manchmal wirklich der blanke Hohn. Und dass Du nicht mal am Ostersonntag Deine Ruhe haben konntest, tut mir ehrlich leid, das ist sehr ärgerlich! Falls es Dich ein wenig tröstet: die „Wanderarbeiter-WG“ bei mir im Haus tönt und plärrt seit Tagen auch ohne Rücksicht auf Verluste, da kann man wirklich nur versuchen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die einen gut ablenken. Wobei, manchmal töne ich mit Klassik (gerne die Vier Jahreszeiten) gegen den Lärm von außen an, das hat auch was befreiendes 😉 Ich wünsche Dir einen ruhigen (!) und sonnigen Ostermontag, liebe Grüße, Merle

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